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i-Punkt – Gemeindepsychiatrische Kontakt- und Beratungsstelle

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„Essen für Leib und Seele?“ – Fragen an die Ernährungsberaterin Karen Flinterhoff

Foto: Karen Flinterhoff

Karen Flinterhoff ist Ernährungsberaterin und hat sich den Zusammenhang zwischen Ernährung und seelischer Gesundheit genauer angeschaut. Ursprünglich war geplant, darüber heute im i-Punkt einen Vortrag* zu hören, der leider kurzfristig abgesagt werden musste. Im Vorfeld hatten wir ihr ein paar Fragen gestellt und dazu eine ganze Reihe interessanter Antworten erhalten. Viel Spaß beim Lesen!

i-Punkt: „Liebe Frau Flinterhoff, wer sind Sie und was ist Ihre Hauptbeschäftigung?“

Karen Flinterhoff: „Meine Name ist Karen Flinterhoff. Ich bin Ernährungsberaterin Vital/Rohkost und außerdem Heilpraktikerin für Psychotherapie. In der Arbeit mit meinen Klienten liegt der Schwerpunkt darauf, die Selbstheilungskräfte bestmöglich zu aktivieren und zu unterstützen. Körperliche Leiden haben in den meisten Fällen auch psychische (Mit)Ursachen und psychische Traumata und beschränkende Glaubenssätze können grosse Heilungshindernisse darstellen ebenso wie die Ernährung ein ausschlaggebender, oft der entscheidende Grundpfeiler für Gesundheit und Heilung ist.“

i-Punkt: „Sie planen bei uns im i-Punkt einen Vortrag zum Thema „Essen für Leib und Seele“ zu halten. Worum geht es in Ihrem Vortrag?“

Karen Flinterhoff: „Es wird ganzheitliche Empfehlungen für ein vitales Leben geben, um Ernährungs- aber auch Lebensstilempfehlungen gehen, durch die der Körper bestmöglich versorgt und unterstützt fühlt, dann fühlt sich auch die Seele wohl, denn „ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“. Und wir werden auch etwas Leckeres essen und ein schönes Rezept für zuhause mitnehmen.“

i-Punkt: „Wie sind Sie auf die Verbindung von Essen und seelischer Gesundheit aufmerksam geworden?“

Karen Flinterhoff: „Als ich selber begonnen habe, meine Ernährung auf komplett vegan und auf immer mehr Rohkost umzustellen habe ich mich nicht nur körperlich viel besser gefühlt und hatte das Gefühle mich „zu verjüngen“, ich wurde auch viel entspannter und konnte gelassener mit Herausforderungen umgehen, war wirklich in meiner Mitte. Die Ernährung kann unseren Geisteszustand niederdrücken oder eben auch beflügeln.“

i-Punkt: „Welche Aspekte finden Sie daran besonders interessant?“

Karen Flinterhoff: „Du bist, was Du isst“ — dieser Satz ist wohlbekannt, wird aber leider viel zu wenig berücksichtigt. Viele Menschen streben nach schneller Gaumenbefriedigung ohne sich klarmachen, dass sie die Energie, die in einem Nahrungsmittel steckt, sich auch einverleiben. Wenn ich das Fleisch gequälter Tiere esse, dann esse ich auch all das Leid der Tiere mit, all die Stress-und Angsthormonen und das wirkt sich natürlich auf meinen Körper und meine Seele aus. Wenn ich hingegen einen ausgereiften, frischen Bio-Apfel esse, dann esse ich auch all die Lebenskraft, die in diesem frischen Lebensmittel steckt. In diesem Zusammenging spreche ich von Lebens-Mitteln, Mitteln, die das Leben vermitteln, auch nur dann wenn diese es wirklich sind.“

i-Punkt: „Momentan gibt es ja das große Thema Covid-19 und viele Menschen fühlen mehr Stress als sonst. Gibt es Möglichkeiten, mit Ernährung diesem Thema gelassener begegnen zu können?“

Karen Flinterhoff: „Ja, auf jeden Fall. Die säurehaltige Standard-Ernährung macht uns anfälliger für Krankheiten. Wenn wir uns hingegen hauptsächlich basisch ernähren, d.h. frisches Gemüse aller Art, Pilze, Obst, sämtliche Kräuter und Gewürze, Kartoffeln, Saaten und Kerne sowie Mandeln und Walnüsse, Quinoa, Hirse usw. (es gibt gute Literatur zu dem Thema, auch mit Rezepten), entsäuern wir den Körper und schaffen ein optimales Milieu im Körper. Krankheitserreger, welcher Art auch immer, können sich sehr schlecht in einem solchen Milieu vermehren, das Immunsystem wird zusätzlich natürlich durch die hohe Zufuhr an Vitaminen, Mineralien und unzähligen lebensfördernden Vitalstoffen aus der pflanzlichen frischen Nahrung gestärkt. Ganz wichtig ist auch mentale Gesundheitsvorsorge, Stress, Angst und Sorgen übersäuern ebenso wie ungünstige Ernährung, also gute Gedanken denken und gute Gefühle fühlen!“

i-Punkt: „Können Sie ein, zwei Tipps geben, um ruhiger in den Tag zu starten?“

Karen Flinterhoff: „Ausreichend Zeit morgens einplanen, „ Morgenstund hat Gold im Mund“, keine Hetzerei, idealerweise morgens 15-30 Minuten in Stille meditieren, Singen (auch unter der Dusche), das Fenster öffnen und bewusst den Morgen begrüßen, tiefes Atmen, Atemübungen, leichte Bewegung wie ein kurzer Morgenspaziergang und dabei ganz bewusst Sehen und Hören, wie Vogelzwitschern, in Ruhe eine Tasse Tee trinken und dankbar und mit guten Gedanken den neuen Tag beginnen, sich an der Natur erfreuen…lässt sich nach Belieben erweitern.“

i-Punkt: „Wie kann man entspannter einschlafen – hätten Sie auch dazu eine Empfehlung?“

Karen Flinterhoff: „Erst einmal für einen guten Schlafplatz sorgen, Nachts den WLAN Router ausschalten und auch das Handy, kein Chaos im Schlafraum, keinen Schreibtisch mit PC etc., Raum nur zum Schlafen nutzen, ruhige Farbgestaltung (Blau, Grün, Rose, Weisstöne), etwas Zirbenöl im Zimmer verteilen, gutes Lüften vor dem Schlafengehen, mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr essen und die letzten zwei Stunden auch nicht mehr Fernsehen oder am Computer sitzen, am besten Abends ein gutes Buch lesen oder mit den Lieben sprechen statt fernzusehen, ein kurzer Abendspaziergang vor dem Schlafengehen wirkt sehr schlaffördernd, nicht zu spät, am besten zwischen 21 und spätestens 22 Uhr ins Bett gehen, zwischen 22 und 2 Uhr nachts sollten wir im Tiefschlaf sein, da dies die Hauptregenerationsphase des Körpers ist.“

i-Punkt: „Was sind Ihre persönlichen Lieblingsnahrungsmittel?“

Karen Flinterhoff: „Meine Lieblingsnahrungsmittel sind Zitronen, Mangos, Kokosnuss, Avocados und Süsskartoffeln.“

i-Punkt: „Bei was werden Sie schwach (auch wenn es vielleicht nicht so gesund ist)?“

Karen Flinterhoff: „Ab und an mal ein Stück Kuchen oder ein leckeres Eis im Sommer“.

i-Punkt: „Liebe Frau Flinterhoff, herzlichen Dank für Ihre Zeit!

*Frau Flinterhoff hat uns eine Vielzahl wertvoller Ernährungstipps geschickt, die wir in den nächsten Tagen auf unserer Ernährungs-Seite zur Verfügung stellen werden.

Rezeptvorschlag von Karen Flinterhoff:

Bunter Gemüsekuchen

(Zutaten für 4 Personen als Hauptmahlzeit)

200 gr Dinkelvollkornmehl

6 EL kalt gepresstes Olivenöl

gut 1 TL Salz

Mehl für Arbeitsfläche und Form

1 rote Paprikaschote

1 kleine Aubergine

200 gr Blattspinat

einige Petersilienblättchen

2 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zubereitungszeit: ca. 25 min. + Backzeit

Zubereitung:

Das Mehl mit dem kalt gepressten Olivenöl, dem Salz und circa 50 ml Wasser zu einem glatten Teig verkneten. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 1/2 cm dünn ausrollen. Eine Springform mit 26 cm Durchmesser auskehlen und mit dem Teig auslegen. Mit einer Gabel Löcher in den Teigboden stechen. Den Backofen auf 180°C (Umluft 160°C) vorheizen.

Gemüse waschen und putzen. Die Paprikaschote entkernen und klein würfeln, die Aubergine ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Den Blattspinat grob zerkleinern. Petersilie fein hacken. Gemüsewürfel, Spinat und die Petersilie gleichmäßig in die Form füllen, salzen, pfeffern und mit Olivenöl beträufeln. Den Gemüsekuchen im heißen Ofen circa 25 min. knusprig backen und warm mit Blattsalaten servieren.

Bon Appetit!

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